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Europäische Spiritualität erleben

Tag: Wikingerschmuck

Lollfuß

Ein Wikingerzelt im Schaufenster – wo gibts denn sowas?

In Schleswig natürlich!

Dort findet Ihr uns jetzt bis zum 24.12.2011

täglich von Montag bis Sonnabend, 10:00 bis 19:00 Uhr

im Lollfuß 15.

Neben unserem gewohnten Programm zeigen wir Euch hier auch einige Besonderheiten, wie bespielsweise äußerst aufwendig hergestellte Hnefatafl-Brettspiele sowie weitere Holz- und Lederarbeiten.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Die Adresse könnt Ihr Euch merken, denn dort werden wir ganz offiziell
im Frühjahr 2012 nach ein wenig Umbauerei ein Ladengeschäft eröffnen… 🙂

Kieler Umschlag 2011

Es ist soweit – als Jahresauftaktveranstaltung sind wir wieder beim Kieler Umschlag zu finden. Wir werden wie in den Jahren zuvor auf dem Holstenplatz stehen, der diesmal hoffentlich eisfrei sein wird. Letztes Jahr mussten wir zwei Tage schaufeln, um unseren Anhänger aus den Schneewehen herauszugraben! Als wir dann tatsächlich vor Ort waren, hatten wir nette Kunden… 🙂

Der Kieler Umschlag findet vom 24. bis 27. 2. statt, nähere Informationen sind hier zu finden. Es geht das Gerücht um, dass Ask und Embla vom Heidentheater dieses Jahr auch mit auf dem Holstenplatz dabei sind!

Thors Hammer und die Riesen

In unserem Shop hat es eine Neuerung gegeben: Die Thorshammer-Amulette haben jetzt Namen! Bis jetzt wurden sie einfach als „Mjöllnir“ bezeichnet, und die automatische Sortierung ließ sehr zu wünschen übrig. Nun ist das besser. Die Modelle, die sich auf historische Vorbilder stützen, sind entsprechend benannt. Fast alle  anderen tragen jetzt die altnordischen Namen von Riesen.

Bronzeguss MjoellnirVon Riesen wird in den alten Schriften viel berichtet. Unsere Hammer-Auswahl trägt jetzt ihre Namen, weil Thor mit seinem Mjöllnir sozusagen Fachmann für die urgewaltigen Kräfte ist, die sich in den Riesennamen wiederfinden: Mit der Brüller, Lärmer, Schreier, der Gierige, Greifende, der Schwerfällige, der Staubige, Schmutzige, aus der Erde Stammende, der Schreckliche, der Vernichter, der Schwarze, Brennende, Feurige sind einige der Namen zu übersetzen. Andere Namen, die sich auf Äußerlichkeiten wie dick, dünn, bärtig, maskiert, glänzend, blind, krumm, dunkel und hell beziehen, sind natürlich besonders gut geeignet, um sie mit den Gestaltungsmerkmalen der Hämmer zu verbinden. Und keine Sorge, es gibt kein Thorshammer-Amulett, das jetzt den Namen „Der Verhasste“ oder „Der Dumme“ heißt, wir haben schon tragbare Namen gewählt! 😉

Die Namen der Riesinnen sind häufig so unvorteilhaft, dass wir sie nicht benutzt haben: die Betrübte, Gefährliche, Hässliche, Trampelnde, Großohrige, Hängelippige und ähnlich Uncharmantes. Eigentlich ist das verwunderlich, denn es gibt etliche Geschichten, in denen sich Götter um die Gunst von Riesinnen bemühen und sie zur Frau nehmen. Es ist offensichtlich nicht so, dass sich die Götter um Rassentrennung sorgen. Das wäre auch seltsam, denn laut Snorra-Edda stammen ursprünglich auch die ersten Götter Odin, Vili und Vé von Riesen ab, so der Schöpfungsmythos in der Gylfaginning. Aus dem im Ginnungagap aus Feuer und Eis entstandenen und von der Urkuh Auðumla genährten Urriesen Ymir ist die Welt von ihnen erschaffen worden. Doch wie gut auch immer die Ehen zwischen Göttern und Riesinnen verlaufen, so wenig vorteilhaft erscheint andersherum den Göttinnen eine Beziehung mit Riesen. Immer wieder versuchen jene, durch Listen, Tricks und Gewalt an die Göttinnen heranzukommen, sogar durch den Raub von Thors Mjöllnir, aber vielleicht ist den Göttinen die Vorstellung von einem chaosreichen Leben in den wüsten Welten der Riesen zu unangenehm?

Die Götter verkörpern das ordnende Prinzip, das Lebenswelten wie Miðgarðr (=“Wohnort in der Mitte“) und Ásgarðr (=“Heim der Asen“) schafft, und die Riesen toben in Útgarðr (=“Außenwelt“) herum. Zur nordischen Kosmologie gehören laut Snorri zudem die Welten Muspellsheim, in der die Feuerriesen leben, und Jötunheim, Wohnort der Jötnar. Jötunn ist eine ursprüngliche Bezeichnung für Riese, die nicht den abwertenden Klang wie die Begriffe Thurse und Troll hat. Anscheinend sind der Meeresriese Ägir ebenso wie Mímir, der Hüter des Weisheitsbrunnens, Partner der Götter, so dass wir darauf schließen können, dass Respekt und Weisheit über das riesische Chaos Oberhand gewinnen können.

Wenn in den Wintermonaten die Reifriesen die Herrschaft über uns anstreben oder im Sommer die Gewitterwalzen mit Riesenmacht toben, wird deutlich, dass die Riesen immer wieder aus ihren Welten in unsere eindringen wollen. Verlassen wir uns auf den Riesenbekämpfer Thor bzw. Donar, der sie mit seinem Hammer Mjöllnir immer wieder in ihre Schranken weist, wie mächtig sie mit ihren Namen auch erscheinen wollen!

Drachendarstellungen bei den Wikingern

Tierdarstellungen finden sich, seit der Mensch gestalterisch zu wirken begann. Die Art der Darstellung über die Jahrtausende hinweg ist ein Forschungsgebiet, das immer wieder neu zu interpretieren ist. Uns sind erstaunlich naturalistische Darstellungen von Kulturen hinterlassen worden, denen so eine Kunstfertigkeit noch gar nicht zugetraut wurde. Andererseits erstaunt auch die Abstaktion, die beispielsweise zur Zeit der Völkerwanderung für die Tierdarstellungen als maßgeblich galt. Bei den für Wikingerschmuck verwendeten Motiven fällt die große Zahl von Fabelwesen, Drachen- und Schlangenmotiven auf.

Hier ein paar Beispiele:

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Die Darstellungen lassen sich vielleicht am ehesten verstehen, wenn man sich die mythologischen Beschreibungen der Midgardschlange anschaut. Dieses allseits gefürchtete Ungeheuer liegt einmal um Midgard – also der Welt, in der wir Menschen leben – und wenn Sie sich bewegt, erzeugt sie Naturkatastrophen, wie riesengroße Wellen auf See, Erdbeben und anderes. Nun gibt es zwei Möglichkeiten damit umzugehen: Entweder bekämpfen oder verehren. Ersteres hat – wie man ja weiß – Thor versucht und ist selbst als stärkster aller Götter gescheitert. Was bleibt einem schwachen Menschen da noch übrig? Also versieht man seine Schiffe mit Drachenköpfen, trägt Drachenamulette und verziert allerlei anderen Kram mit Drachen. Natürlich in der Hoffnung, dass die Midgardschlange nun glauben würde, dass sie allseits verehrt werde und die Menschen deshalb in Ruhe lässt…

Weitere Abbildungen und Symbol-Erläuterungen finden sich in unserem Shop!

Botschaften aus der Vergangenheit

Was wir über die Kulturen vor unserer Zeit wissen, verdanken wir oft den Funden und der Interpretation der Archäologen. Verzierte Töpferwaren, Metallgegenstände und manchmal auch Holzfragmente sind die häufigsten Zeugen dieser Kulturen. Dazu kommen speziell im Ostseeraum die mit Runen und bildlichen Darstellungen versehenen Steine. Durch diese Gegenstände wissen wir auch um die Symbolik unserer Vorfahren und können aus diesen Funden Rückschlüsse über Kulte und Spiritualität ziehen.

Symbolvitrine

Doch müssen wir uns fragen, wer von den Menschen der Vergangenheit denn wohlhabend genug für den Erwerb eines Gegenstandes wie beispielsweise eines Amulettes aus Metall war. Dieses nicht jedem zur Verfügung stehende Material wurde schließlich auch für Alltäglichkeiten wie Werkzeuge und ähnliches gebraucht. Selbst zur Anfertigung eines feinen Schmucks auch aus leicht verfügbarem Material bedarf es eines gewissen Luxus, weil man neben der täglichen Arbeit noch Zeit (und Licht) haben muss. Selbst gewebte Borten oder Stickereien waren daher nicht selbstverständlich vorhanden. Einige der uns überlieferten Funde setzen ein derartiges Handwerkskönnen voraus, dass anzunehmen ist, dass sie von spezialisierten Berufsständen angefertigt wurden, deren Arbeit man mit Tauschmitteln erhandeln konnte.

Wenn also etwas an Zeit oder Tauschwaren übrig war für Schmuckstücke, dann hatten diese eine große Bedeutung, und die ist oft mit dem Kult verbunden worden. Was wir von diesen Stücken dann finden, ist eine der Grundlagen für Rückschlüsse auf die Glaubenswelt unserer Vorfahren.

vitrine mit miniatur-hammer

Dabei muss man aber bedenken: Viel häufiger als (Edel-)Metalle werden die Menschen Holz, Knochen und Horn für ihre schmückenden Dinge verwendet haben. Diese Materialien haben selten so viele Jahrhunderte überdauert, um von uns noch erkannt zu werden. Unser Blickwinkel ist daher sehr eingeengt, was die Zeugnisse über symbolische Gegenstände betrifft. Immerhin hat es Brisingamen, der berühmte Schmuck, der meist Freya zugesprochen wird, zu einer literarischen Verewigung in der Edda geschafft.

Heute leben wir in einer Zeit, in der auch Edelmetall zu kurzlebigem Modeschmuck verarbeitet wird. Erstaunlicherweise haben die alten Formen unserer Vorfahren immer noch Wirkung auf uns. „Es hat zu mir gesprochen“ oder „Es ist in sich einfach harmonisch“ sind Reaktionen auf die Stücke, die wir als originalgetreue Repliken oder neue Entwürfe nach alten Motiven anbieten. Zur Interpretation der Bedeutung von solchen Amuletten und Replikaten können wir also auch die unmittelbare Wirkung auf uns heute zu Rate ziehen. Dazu kommen dann Erkenntnisse, die die Forschung beispielsweise von Motiven wie auf dem Kessel von Gundestrup, von Schnitzereien an den Funden von Oseberg oder von sich bis heute erhaltenen, tiefwurzelnden Traditionen wie Pferdeköpfen auf norddeutschen Bauerhäusern erhält. In jedem Fall können sie heute noch Ausdruck von spiritueller Symbolik sein.

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