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Europäische Spiritualität erleben

Tag: Ritual

Der Hörnerkult

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Trinkhörner

Die Nutzung von Trinkhörnern lässt sich in nahezu allen indoeuropäischen Kulturen etwa seit der frühen Bronzezeit nachweisen. Bei den oft reichhaltig verzierten oder beschlagenen Gefäßen wird eine repräsentative oder auch kultisch religiöse Nutzung vermutet. Entsprechende Bräuche haben sich durch das gesamte Mittelalter über die Neuzeit bis in die Moderne erhalten. Einige der ältesten Trinkhornfunde stammen auffallend häufig aus Frauengräbern, was die Vermutung nahe legt, dass diese zur Ausstattung eines vermögenden Haushaltes gehörten.

Einige Nachweise für Trinkhörner:

  • Das bronzezeitliche Horn von Wismar
  • Die neun Trinkhörner von Hochdorf , etwa 500 v.d.Zt.
  • Bericht über den gallischen Krieg von Julius Cäsar
  • Die Goldhörner von Gallehus, etwa 400 n.d.Zt.
  • Gläsernes Trinkhorn aus der frühen Merowingerzeit
  • Diverse wikingerzeitliche Darstellungen und Beschreibungen
  • Gelageabbildung auf dem Teppich von Bayeux, 11. Jhdt.
  • Die Speyrer Greifenklaue, 15. Jhdt., 2001 für 1,2 Millionen Mark verkauft!
  • Das Oldenburger Wunderhorn – etwa 1475

Über die kultische Verwendung von Trinkhörnern

Das Sumbel oder der Minnetrank ist ein heiliger Ritus aus uralter Zeit und galt als wichtiger Teil eines Opferfestes. Das kultische Trinkgelage findet sich bei nahezu allen indo-europäischen Stämmen in ähnlicher Form. Der Met (später auch Bier und Wein) wurde als Geschenk der Götter betrachtet und war mit magischen Kräften durchwirkt, welche beim Kult auf den Menschen übergehen. Getrunken wird meist aus einem einzigen Trinkhorn, welches man in Richtung des Sonnenlaufes herumreicht. Die wichtigste Regel des Sumbel ist, dass der heilige Friede nicht gebrochen werden darf. Über dem Horn herrscht Redefreiheit, d. h. wer das gefüllte Horn hält, hat das Wort. Vor jedem Trunk wird ein Trinkspruch ausgebracht, wobei der Gastgeber – früher auch der Gode (Priester, bzw. Kultleiter) oder Stammesführer – beginnt, indem er (bzw.auch sie) die Gäste begrüßt und das Horn auf seine (ihre) persönlichen Götter, z.B. Odin, Thor, Freyja, o.a. erhebt.

Figur von Frau mit Horn

Die erste Runde wird traditionell auf die Götter getrunken, wobei je nach religiöser Sitte wahlweise auch auf etwas getrunken werden kann, was jemandem in anderer Form heilig ist oder seinem leitenden Prinzip entspricht. In der zweiten Runde wird das Wort an die Ahnen gerichtet, also den verstorbenen Verwandten (und auch Freunden) gedacht. Durch dieses Gedenken sind sie praktisch anwesend – man besinnt sich auf seine Herkunft und seine Bindungen. Die dritte Runde ist den jeweiligen Teilnehmern selbst gewidmet. Man rühmt sich seiner bisherigen Taten und kündigt neue für die Zukunft an, was heutzutage schon fast einem Tabubruch gleichkommt (Eigenlob).

Auch Eide können geschworen werden, aber Achtung vor Schwüren, die nicht gehalten werden können: Der Bruch eines Eides galt schon immer als höchst unmoralisch und daran hat sich bis heute auch nichts geändert.

Die weiteren Runden des Sumbels sind beliebig und werden mit fortschreitendem Alkoholgenuss natürlich immer freier. Es können Lieder und Gedichte vorgetragen werden, aber auch ernste Themen können Einzug halten und dadurch eine kontroverse Sumbeldiskussion ergeben. Auch wenn sich ein Sumbel sehr lange hinziehen kann, sollten sich die Teilnehmer nicht sinnlos betrinken. Wenn der Sumbelgeber bemerkt, dass die Zungen schwer werden, oder dass die Gefahr besteht, dass der Sumbelfrieden gebrochen wird, weil die Reden zu kontrovers verlaufen, sollte er es mit wenigen Worten beenden. Die allgemeine Feier kann danach natürlich trotzdem weitergehen. Ziel eines guten Sumbels sollte es sein, dem Menschen zu ermöglichen, an seine Urquellen zurückzukehren und daraus Kraft zu schöpfen. Er erinnert sich an das ihm Heilige und fühlt die Verbundenheit zu seinen Ahnen, die vor ihm lebten und von denen er abstammt. Er gedenkt seiner Freunde und spürt die eigene Kraft, wodurch ihm seine bisher erbrachten Leistungen möglich wurden. Hierdurch kann er sich dann – frisch gestärkt – erneut den Stürmen des Lebens stellen und allen Herausforderungen mit neuem Mut und Zuversicht begegnen.

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Rufhörner

Diese lassen sich etwa seit der gleichen Zeit belegen. Möglicherweise gibt es eine Verbindung zu den bronzezeitlichen Luren, welche mehrfach paarweise aufgefunden wurden. Der germanische Gott Heimdall verwendet sein „Gjallrhorn“ beispielsweise zur Warnung der anderen Götter.

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Hörnerhelme

Sowas trugen die Wikinger natürlich nicht, wohl aber gibt es einige (vor allem vorwikingerzeitliche) Hinweise darauf. Diese lassen allerdings keinesfalls darauf schließen, dass es sich hierbei um Kopfbedeckungen für jedermann handeln könnte. Allenfalls rituelle und religiöse Verwendungen sind denkbar.Abstand

kleines kind vor großen hoernern hoernerpraesentation noch mehr hoerner

Trink- und Rufhörner aus echtem Rinderhorn erfreuen heute nicht nur Mittelalter-, Gothic- und Metalfreunde. Auch viele andere Menschen schätzen dieses natürlich gewachsene Material, denn jedes Horn ist ein in Handarbeit veredeltes Unikat.

Aus dem Göttergarten

Pflanzen im Brauchtum

In vielen guten Pflanzen- oder Kräuterbüchern heißt es häufig: „Diese Pflanze wurde früher auch Soundso genannt“, und dieses „Soundso“ bezieht sich dann auf vorchristliche Kulte. Pflanzen spielten dabei eine wichtige Rolle. So hieß beispielsweise das Johanniskraut vor seiner christlichen Taufe Sonnwendkraut. Es blüht zur Zeit der Sommersonnenwende, und zu dieser Zeit gab und gibt es viel Grund zum Feiern.

wilde Pflanzenpracht

Es ist viel Wissen um die alten Kulte verloren gegangen. Heute stehen Religionen mit festen Institutionen im Vordergrund. Gerade aber im Brauchtum, in der Kultur, sind viele spirituelle Traditionen weiter überliefert. Oft ist dieses Brauchtum mit der Nutzung von Pflanzen verbunden. Unter die christliche Oberfläche dieses Brauchtums zu schauen bringt viel Erkenntnis um den früheren Gebrauch von Pflanzen in der heidnischen Spiritualität.

Pflanzen im Jahreskreis

Jede Jahreszeit ist vom Erscheinen, Blühen, Reifen und Vergehen der jeweils dazugehörigen Pflanzen geprägt, auch im städtischen Umfeld noch, wenn die Augen, Nasen und Ohren offen sind. Allerdings muss sich das große pflanzenproduktliche Angebot, das uns sowohl zur Ernährung als auch zur Zierde zur Verfügung steht, an den tatsächlichen Jahreszeiten heute nicht mehr streng orientieren. Auch die christlichen Jahresfeste feiern viele, ohne deren Bedeutung zu erinnern oder je gewusst zu haben. Trotzdem markieren diese Feste bestimmte Punkte im Jahr. Einen Bezug zu diesem Kreislauf zu haben ist oft etwas sehr Heilsames und versorgt die spirituellen Wurzeln des Menschen. Situationsgebundene Themen wie Geburt, Prüfungen, Umzug, Freude, Angst oder Tod haben ihre begleitenden Ritualpflanzen. Ebenso haben Pflanzen auch Bedeutungen, die sie individuellen Lebensbegleiter und Götterattribute sein lassen.

Der Göttergarten

Mit der Namensgebung „Göttergarten“ für den pflanzenbezogenen Bereich bei Neunholz wird deutlich, dass wir uns auf die vorchristliche Mythologie beziehen, wenn wir die Beziehung zwischen Pflanzen, Jahreslauf und Mythologie deutlich machen. Die Menschen waren viel direkter als heute mit dem Lauf des Jahres und den natürlichen Zusammenhängen verbunden, und das nicht aus einer die Natur idealisierender Sentimentalität heraus, sondern um ihres puren und oft auch knappen Überlebens willen. Sie waren viel mehr als heute Teil der Natur, Teil des Ganzen. Mit der Bezeichnung „Göttergarten“ wollen wir außerdem den medizinisch-heilpflanzlichen Schwerpunkt vermeiden, an den jeder sofort denkt, wenn von Kräuterwissen gesprochen wird. Diesen Aspekt haben Pflanzen selbstverständlich auch. Hier ist der Schwerpunkt allerdings auf die Rolle der Pflanzen in Bezug auf Spiritualität gelegt. Früher jedoch hing Heilung viel bewusster als heute mit dem spirituellen Leben zusammen, heute spricht man an den Grenzen der Schulmedizin lediglich von „psychosomatischen Zusammenhängen“. Das alte und auch im Norddeutschen noch im Sinne von „gesund“ benutzte Wort „heil“ ist verwandt mit „ganz“ und „vollständig“. Die Götter gehörten zu dieser Ganzheit dazu.

Unser Angebot

Teetassen gefuellt mit duftenden Trockenkraeutern

Die Produkte aus dem Göttergarten ermuntern, unsere Kultur wieder mehr mit den Botschaften der Pflanzen zu ergänzen. Dazu bieten wir Tees, Räucherwaren, Gewürze, Naschereien und anderes aus heimischen Pflanzen an. Noch ist es nicht machbar, das Angebot auch auf frische Pflanzenprodukte oder lebende Pflanzen auszuweiten, wir arbeiten jedoch dran. Vorerst betonen wir den Jahreslauf mit seinen Schwerpunkten und Feiern durch Hinweise und Zusammenstellungen, die auf die Jahreszeiten abgestimmt sind. Die Auswahl der Pflanzen ist nach wikingerzeitlichen Vorkommen getroffen. Alle von uns verwendeten Zutaten stammen aus biologischem Anbau. Wir stellen sie auf den Märkten gern leibhaftig vor, Termine finden Sie hier.

Inzwischen hat sich unser erwerbbares Angebot um einen Online-Shop erweitert!

Schale mit Harzen Gefäße im Vorratsregal

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