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Europäische Spiritualität erleben

Tag: Asatru

Lesestoff

„Einer der populärsten Irrtümer über Ásatrú ist, dass es sich um eine Art „Wikinger-Kult“ handeln würde…“

so beginnt der gut zu lesende und interessante Artikel

20 populäre Irrtümer über Wikinger

von Martin Marheinecke, den wir Euch hiermit empfehlen möchten.

Heidenstammtisch 2. März 2011

Stammtisch des Eldaring am Mittwoch, dem 2. März 2011 ab 18.30 Uhr in Eckernförde.

Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns in lockerer Runde und unterhalten uns über wechselnde Themen aus dem Bereich des germanischen Heidentums. Das jeweilige Thema wird von einem Referenten kurz vorgestellt und anschließend diskutiert. Essen, Trinken, Klönen und Geselligkeit kommen natürlich auch nicht zu kurz. Eine Voranmeldung ist nicht unbedingt notwendig, nur falls eine Gruppe mit mehreren Personen teilnehmen möchte, erbitten wir eine kurze Vorab-Info, damit der Tisch entsprechend groß vorbestellt werden kann.

Das Thema ist diesesmal die Planung unserer gemeinsamen Rundtour durch die sagenhafte Schleiregion am Sonnabend,  5. März 2011.

Zur Auswahl stehen dabei: Dolmen, Langbetten und Ganggräber, Steinkreise, rekonstruierter Thingplatz mit Großsteinanlage und heiligem Hain, Wolfsschlucht, Schälchensteine, heilige Quellen, Opfermoore, mit Sagen verbundene Orte, Kirchen mit entsprechendem Bezug, Runensteine und Wikingergräber.

Ort:
Die Ratshalle (nicht zu verwechseln mit dem Ratskeller, der gleich daneben ist) befindet sich in der St.-Nicolai-Staße 3, direkt bei Rathaus und Museum, zu erreichen ab Bahnhof zu Fuß, mit dem Auto über den Parkplatz Reeperbahn / Ecke Schulweg. (Ist ab 18 Uhr gebührenfrei und hat auch ein kostenloses 30-Minuten-Ticket, falls jemand vorher noch Altstadtbummeln will.)

Wir freuen uns auf Euch!


Heidenstammtisch

Stammtisch des Eldaring am Mittwoch, dem 2. Februar 2011 ab 18.30 Uhr in Eckernförde.

Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns in lockerer Runde und unterhalten uns über wechselnde Themen aus dem Bereich des germanischen Heidentums. Das jeweilige Thema wird von einem Referenten kurz vorgestellt und anschließend diskutiert. Essen, Trinken, Klönen und Geselligkeit kommen natürlich auch nicht zu kurz. Eine Voranmeldung ist nicht unbedingt notwendig, nur falls eine Gruppe mit mehreren Personen teilnehmen möchte, erbitten wir eine kurze Vorab-Info, damit der Tisch entsprechend groß vorbestellt werden kann.

Unser Thema lautet diesesmal:

Das Bild der Wikinger – Wegweiser oder Last für Asatru?
Ob Zeitschriften, Fernsehen oder Mittelalter-Veranstaltung, immer wieder sind Wikinger in den Schlagzeilen bzw. eine Attraktion. Was wissen wir über die Glaubenswelt der Nordmänner und -frauen, wie wird geforscht, vermittelt und dargestellt? Bei vielen Leuten bildet sich durch diese Informationen zumindest ein erster Eindruck über die „nordische Götterwelt“. Wirft der Rummel um die Wikinger Licht oder Schatten auf die Asatru-Szene? Wie steht die Wikinger-Szene zu Asatru?

Hier gehts hin:
Die Ratshalle (nicht zu verwechseln mit dem Ratskeller, der gleich daneben ist) befindet sich in der St.-Nicolai-Staße 3, direkt bei Rathaus und Museum, zu erreichen ab Bahnhof zu Fuß, mit dem Auto über den Parkplatz Reeperbahn / Ecke Schulweg. (Ist ab 18 Uhr gebührenfrei und hat auch ein kostenloses 30-Minuten-Ticket, falls jemand vorher noch Altstadtbummeln will.)

Neunholz ist mit Ralf und Martje dabei.

Wir freuen uns auf Euch!


Asatru – Was ist das eigentlich?

Vor dem Hintergrund, dass wir unseren Internetladen www.asatru-shop.de unter diesem Begriff führen, möchten wir nun etwas zum besseren Verständnis dieses Wortes beitragen. Auf Grund der Komplexität des Themas wird es zunächst drei Teile und danach möglicherweise noch Erweiterungen geben.

Teil 1 – Grundsätzliches

Mit Asatru (eigentlich Ásatrú) bezeichnet man die Rekonstruktion des nordisch-germanischen Glaubens. Das Wort setzt sich aus zwei Teilen zusammen, altnordisch áss steht für Götter und trú für Treue. Diese Bezeichnungen finden sich bereits in der Snorra-Edda aus dem 13. Jhdt. und der Komponist Edvard Grieg verwendete den Begriff „Asetro“ 1870 in einem seiner Werke als Bezeichnung für das germanische Heidentum. Bei dem Wort handelt es sich somit um eine eingedeutschte Lehnübersetzung aus der dänischen bzw. altnordischen Sprache. Weitere Begriffe, die im wesentlichen das Gleiche bezeichnen, sind „Forn Siðr“ (altnordisch für „Alte Sitte“, bei uns in Deutschland manchmal auch mit „Alter Weg“ übersetzt) oder auch Odinismus (Bezug auf den Gott Odin). Schriften aus der späten Wikingerzeit berichten uns sowohl von der „alten“ wie auch von der „neuen (= christlichen) Sitte“.

Asatru ist eng an den zugehörigen Kult und somit an die jeweilige Kult-ur gebunden. Von einer Religion im Sinne unseres heute vorwiegend christlich geprägten Religionsverständnisses zu sprechen erscheint kaum möglich. Aber auch das Wort „Glauben“ ist sehr missverständlich, denn es geht nicht darum, etwas zu glauben, was man nicht weiß, sondern darum, dem zu vertrauen, was man kennt oder auch erfahren hat. Asatru wird daher als Erfahrungs- oder Naturreligion verstanden, und man spricht auch vom Neuheidentum, um damit zu verdeutlichen, dass es keine ununterbrochene Tradition gibt.

Im Gegensatz zu einer Offenbarungsreligion wie dem Christentum existiert kein menschlicher „Offenbarer“, keine heilige Schrift, keine Dogmen oder Sünden und auch keine Priester im kirchlichen Sinn. Hieraus folgt nicht selten die Ansicht, es gäbe ja nicht viel, auf das man sich dann bei einer Rekonstruktion beziehen könne. Das ist allerdings weit gefehlt, denn die Forschung hat inzwischen viel mehr zu bieten als uns oberflächlich betrachtet dazu einfiele.

Sigurd und ReginAls wichtigste Quelle gelten die beiden isländischen Bücher „Lieder- und Prosa-Edda“ aus dem 13 Jhdt. mit ihren skandinavischen Götter- und Heldensagen. In diesen finden sich auch verarbeitete Inhalte kontinentalgermanischer Heldensagen, wie beispielsweise des Niebelungenliedes. Diese doch noch recht jungen Schriften haben aber einen viel älteren Bezug. Sie sind im wesentlichen auf die Völkerwanderungszeit zurückzuführen, aber manche Elemente gleichen denen, die ganz woanders und in einem der ältesten Literaturdenkmäler der Menschheit niedergeschrieben wurden: Den Hymnen der altindischen Rig-Veda (etwa 1000 bis 1500 v. d. Zt.). Diese Schrift wurde lange vor dem Entstehen des Hinduismus oder auch des Buddhismus verfasst und ursprünglich nur mündlich überliefert. Zitat: „Die Texte des Rigveda sind mündlich, ohne die Kenntnis von Schrift verfasst und über mindestens drei Jahrtausende so vom Vater zum Sohn und vom Lehrer zum Schüler überliefert worden. Der Glaube, dass nur das exakt rezitierte Dichterwort die in ihm wohnende Kraft hervorbringt, hat eine sonst nirgendwo zu findende, getreue Überlieferung bewirkt, welche die der klassischen oder biblischen Texte bei weitem übertrifft. Die Genauigkeit ist so groß, dass man von einer Art Tonbandaufnahme von etwa 1000 v. Chr. sprechen kann.“ Sprachwissenschaftler, die sich mit der indoeuropäischen Ursprache befassen, sind sich mit den Archäologen inzwischen einig, dass es einen gemeinsamen Ursprung geben muß. Aus ebenfalls der gleichen Quelle speisen sich neben der germanischen beispielsweise auch die keltische, griechische, römische und slavische Mythologie. Ob es bei uns in Europa wohl ähnliche spirituelle Praktiken wie im Hinduismus oder im Buddismus gäbe, wenn die Christianisierung nicht stattgefunden hätte?

GoetterfigurAuch ein Großteil des heute noch bei uns existierenden Brauchtums hat einen heidnischen Hintergrund, unsere Wochentage sind nach Göttern benannt, alte Ortsnamen lassen sich auf Kult- und Weihepraktiken zurückführen und auch Europa ist nicht nur ein Kontinent, sondern ursprünglich der Name der Geliebten des höchsten griechischen Gottes, Zeus. Dieser gilt wiederum als ursprünglich europäischer Hauptgott und heißt bei uns Ziu, Tiwaz oder Tyr, bei den Römern Mars, im keltischen Nuada, im baltischen Lettland wie auch in Indien Dyaus. Eine solche Gleichsetzung verschiedenster Götter aus unterschiedlichen Regionen und Mythologien kann zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte von Kultur und Religion sehr hilfreich sein, aber auch nur dafür! Aus heutiger Sicht sind nämlich selbst Odin und Wotan keineswegs dieselben Götter. Da soll doch noch mal einer behaupten, es gäbe ja nicht viel…

Ein Schwerpunkt bei nahezu allen heidnischen Religionen ist der Ahnenkult. Dieser bezieht aber im Gegensatz zum Totenkult nicht nur direkte (also noch bekannte) Vorfahren, sondern auch Menschen, deren Leben schon lange zurückliegt, und vor allem auch mytische Ahnen ebenso wie Gottheiten mit ein. So mussten sich europäische Könige früher über die Abstammung vom höchsten der germanischen Götter, nämlich Wotan, legitimieren. Weil ein solcher Nachweis regulär natürlich schwer zu erbringen war, wurde wohl auch schon mal der eine oder andere Stammbaum etwas abgeändert. Abstammungsmythen und Ahnenkult liefern leider oftmals auch die Grundlage für eine Blut- und Boden-Ideologie, für ein „völkisches“ Heidentum, welches sich durch Rassismus und Rechtsextremismus bis hin zum offen ausgelebten Faschismus auszeichnet. Fachlich lassen sich diese Theorien wohl leicht widerlegen, aber tatsächlich finden sich immer wieder genügend Dummköpfe, die auf solchen Schwachsinn hereinfallen. Aber dazu später mehr.

Eine polytheistische Religion wie das germanische Heidentum erscheint aus heutiger Sicht in Deutschland ungewöhnlich, aber dennoch war es einst die am weitesten verbreitete „Sitte“ in Europa. Der Verehrung diverser Götter und Göttinnen dürfte früher aber bei weitem nicht der Stellenwert beigemessen worden sein, wie es heute oftmals der Fall ist. Zumindest bei der Mehrzahl der Menschen, also beim einfachen Volk, war das Augenmerk offensichtlich viel mehr auf die „niedere“ Mythologie gerichtet. Mit Riesen, Zwergen, Alben, Elfen, Landwichten, Disen, Walküren und Nornen musste man sich gutstellen, denn ihr Einfluss galt als wesentlich für das persönliche Schicksal des Menschen.

Fortsetzung folgt.

Quellen:

  • Gardenstone „Germanischer Götterglaube, Asatru: Eine moderne Religion aus alten Zeiten“, Norderstedt, Verlag BOD 2009
  • Gudmund Schütte „Dänisches Heidentum“, Hamburg, Verlag Daniel Junker 2006

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