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Europäische Spiritualität erleben

Lollfuß

Ein Wikingerzelt im Schaufenster – wo gibts denn sowas?

In Schleswig natürlich!

Dort findet Ihr uns jetzt bis zum 24.12.2011

täglich von Montag bis Sonnabend, 10:00 bis 19:00 Uhr

im Lollfuß 15.

Neben unserem gewohnten Programm zeigen wir Euch hier auch einige Besonderheiten, wie bespielsweise äußerst aufwendig hergestellte Hnefatafl-Brettspiele sowie weitere Holz- und Lederarbeiten.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Die Adresse könnt Ihr Euch merken, denn dort werden wir ganz offiziell
im Frühjahr 2012 nach ein wenig Umbauerei ein Ladengeschäft eröffnen… 🙂

Von Gottheiten und Hochsitzen

kleines Objekt aus Silber in Form eines Lehnstuhles mit VogelverzierungenBei Grabungen in Haithabu fand sich in einem Frauengrab des Südgräberfeldes ein ca. 1,5 cm hohes Objekt, das einen breiten Thron darstellen könnte. Dieser Miniaturthron ist in der neuen Ausstellung des Wikingermuseums zu sehen. Ein Draht befestigt ihn freischwebend. Er scheint Lehnen für Arme und Rücken zu haben. Diese Lehnen weisen Verzierungen auf, die als zwei auf den Lehnen sitzende Vögel interpretierbar sind. Im hinteren Teil der mutmaßlichen Sitzfläche befindet sich ein kleines Loch, und es ist vorstellbar, dass einst eine kleine Figur existierte, die mit einem Zapfen im Loch befestigt auf der Sitzfläche Halt fand.

Die Vitrine ist unter der Überschrift „Nordische vorchristliche Religion“ im Ausstellungsraum mit dem Thema „Haithabu – Schauplatz der Macht“ platziert. Es gibt wenige archäologische Funde von ähnlichen Sitzmöbeln, die Vorlage für diese Miniatur gewesen sein können. Solche großen und aufwändigen Thronsessel waren wohl nicht alltäglich. In den von mehreren Menschen gemeinsam genutzten Räumen war ein solcher Hochsitz Zeichen des sozialen Ranges, und die Miniaturdarstellung eines solchen als kostbare Grabbeigabe ist vermutlich Ausdruck einer spirituellen Vorstellung.

Vor zwei Jahren wurde bei Grabungen des Museums Roskilde diese Figur gefunden, die seitdem unter dem Namen „Odin aus Lejre“ bekannt wurde. In dem Video, das das Roskilde Museum bei You Tube eingestellt hat, ist sehr gut zu sehen, wie außerordentlich fein diese nicht mal 2 cm hohe Miniatur von allen Seiten gearbeitet ist:

Im Gegensatz zu der Miniatur aus Haithabu ist hier keine Fehlinterpretation möglich: Es ist ein kunstvoll verzierter Thron. Auf den Armlehnen befinden sich zwei Vögel. Aber wer sitzt denn nun auf dem Hochsitz aus Lejre?

Die Person trägt ein langes Gewand mit einer Art Schürze, einen Mantel und eine randlose Kopfbedeckung. Detaillierte Verzierungen lassen sich als reichen Hals- und Kettenschmuck interpretieren. Wahrscheinlich bildet diese Figur eine hochgestellte Persönlichkeit, wenn nicht gar eine Gottheit ab. Die beiden Verzierungen der Rücklehne stellen Tierköpfe dar, die als Wölfe gedeutet werden können. Und wo sich zu zwei Rabenvögeln zwei Wölfe gesellen, da ist Odin nicht weit. So die schnelle Interpretation. Außerdem hat die Figur aus Lejre anscheinend nur ein Auge! (Wenn das eine Auge bereits zu früherer Zeit umgestaltet wurde und nicht erst durch das Alter und die Erhaltungsbedingungen beschädigt ist.) Keine Frage, da der einäugige Odin in Asgard etwas zu sagen hat, steht ihm ein prunkvoller Hochsitz wohl zu. Und eine Darstellung als Miniatur in vergoldetem Silber mit Niello-Einlage zur Verzierung seiner Schürze.

Moment mal – bei so viel Liebe zum Detail kann das lange Gewand doch kein Zufal sein! Wie war denn die Göttermode zur Wikingerzeit? Wo trug Odin seinen Ring Draupnir? War es ein Halsring, kein Armring? Vielleicht ist das fehlende Auge doch nur durch das Alter des Fundstückes zu erklären. Und die schmuckartige Verzierung auf der Brust, die sieht doch aus wie prächtiger wikingerzeitlicher Frauenschmuck… Und schon haben wir die Verbindung zu einer weiblichen Gottheit mit berühmtem Schmuck: Freya und ihr Brisingamen! Als Anführerin der Walküren hat sie ein Anrecht auf die Hälfte der gefallenen Kämpfer, daher könnten auf ihrem Hochsitz auch Raben sitzen. Aber hat Freya in ihrer Halle Sessrumnir in Folkwang tatsächlich einen eigenen Hochsitz? Ist der Thron nicht doch der berühmte Hliðskjálf Odins, von dem aus er über die ganze Welt sehen kann bzw. von dem aus eine überirdische Seiðr-Schau möglich ist? Wenn dieser prächtige Hochsitz doch der von Odin ist, dann kann es nur eine Frau sein, die ein Recht darauf hat, darauf Platz zu nehmen: Frigg! Allerdings gibt es auch von anderen Frauen auf Hochsitzen Berichte, nämlich von zauberischen Seherinnen (Seiðkonur), die von einem hochsitzartigen Schaugerüst (Seiðhjallr) aus ihre Vorhersagen trafen. Und dann war da doch noch die Geschichte von Thor und Loki in Frauenkleidern

Es ist also gar nicht so einfach festzustellen, um wen es sich bei dieser Figur handelt. Dass es eine Gottheit abbildet, ist wahrscheinlich. Alles andere bleibt Interpretation.

kleines Objekt aus Silber in Form eines Lehnstuhles mit darauf sitzender Gestalt

Es gibt allerdings eine weitere Möglichkeit zur „Wahrheitsfindung“: Wir bieten jetzt eine Nachbildung dieses Fundes im Asatru-Shop an, und da diese als Amulett zu tragen ist, steht einer „direkten Begegnung“ nichts mehr im Wege. Wenn also jemand beim Tragen dieser Figur einen Eindruck davon bekommt, um wen es sich bei dieser Abbildung handeln könnte, dann würden wir gern über diese Erfahrung informiert werden!
Der Klick auf das Bild führt zum Artikel im Shop. Diese Nachbildung ist auch in Bronze erhältlich.

Lesestoff

„Einer der populärsten Irrtümer über Ásatrú ist, dass es sich um eine Art „Wikinger-Kult“ handeln würde…“

so beginnt der gut zu lesende und interessante Artikel

20 populäre Irrtümer über Wikinger

von Martin Marheinecke, den wir Euch hiermit empfehlen möchten.

Oseberg

Auf dem Oseberg-Hof in Norwegen wurde 1904 in einem Grabhügel ein ganz besonderer Fund gemacht: Eine wikingerzeitliche Schiffsbestattung, die selbst den aufsehenerregenden Fund des Gokstadtschiffes, 34 Jahre zuvor, verblassen ließ. Dieses Schiff war anders, anders als alles, was man bis dahin – und auch bis heute – kannte. Und es war prächtiger, wobei sich diese Bezeichnung weniger auf die sonst so hoch gelobten Nutzeigenschaften der schnellen und wendigen Wikingerschiffe bezog, als vielmehr auf seine Ausstattungsmerkmale. Zwar fanden sich darunter keinerlei Edelmetalle wie Gold oder das in der Wikingerzeit durchaus häufigere Silber, dennoch aber äußerst aufwendig und kunstvoll hergestellte Beigaben, welche den beiden im Schiff bestatteten Frauen zugedacht waren. Seit nunmehr über hundert Jahren ranken sich verschiedenste Mythen und Halbwahrheiten um diesen ungewöhnlichen Fund. Die meisten lauten in etwa so, dass es sich bei diesem Grabhügel um die prächtige Bestattung von Königin Åsa mit einer Tochter oder Dienerin handelt und der Ort daher den Namen „Berg der Åsa“ bekam.

Nun haben sich die wissenschaftlichen Möglichkeiten und auch die interdisziplinären Erkenntnisse seitdem stark erweitert, so dass sich neue Hypothesen aufstellen lassen. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf eine genetische Untersuchung, welche im August 2006 von Per Holck im „European Journal of Archaeology“ veröffentlicht wurde.

In einer unserer Artikelbeschreibungen im Shop formulierte ich daher: „Bei Oseberg in Norwegen befindet sich eine wikingerzeitliche Schiffsbestattung. Es wurden dort zwei Frauen mitsamt einem prächtig mit Schnitzereien verziertem Schiff sowie nahezu komplettem und äußerst luxeriösem Hofstaat bestattet. Die Vorfahren einer der dort bestatteten Frauen werden genetisch übrigens dem Schwarzmeerraum zugeordnet, was den Umgang der Wikinger mit „Ausländern“ eindrucksvoll unterstreicht…“

Eine wirkliche Auseinandersetzung mit diesen wichtigen, neuen Erkenntnissen blieb bisher allerdings aus. Auch ich muss zugeben, dass ich mich – eher oberflächlich – von der langjährigen Annahme, es handele sich um die Königin Åsa, verabschiedet und der These zugewand hatte, es handele sich um eine Hohepriesterin mitsamt ihrer ihr in den Tod gefolgten Sklavin.

Dafür hat das jetzt jemand anderes getan und seine bzw. ihre Schlussfolgerungen über den „Berg der Götter“ noch dazu über ein Youtube Video veröffentlicht. Aber dennoch (oder gerade deshalb?) war und bin ich zutiefst beeindruckt von dieser Arbeit und den sich darin offenbarenden Gedanken.

Forscherbesuch

Bereits im Oktober 2010 gab ich für eine studentische Hausarbeit ein Interview hier bei uns im Hause. Dummerweise war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar, daß von Studenten heute verlangt wird, möglichst wörtlich zu zitieren. So finden sich meine in umgangssprachlicher Weise gegebenen Antworten nun gekürzt neben den schriftlichen und wohl formulierten Aussagen eines weiteren Interviewpartners. Ferner weise ich darauf hin, daß mein in dieser Arbeit erwähnter früherer „Bezug der nordischen Zeitung“ keineswegs darauf zurück zu führen ist, daß ich diese abonniert oder sonstwie käuflich erworben hätte. Das gezielte und kostenlose Verteilen dieser völkisch-rechtsradikal geprägten Schrift gehörte nämlich zeitweise zu den Werbemaßnahmen der Artgemeinschaft.

Aber mir ist ja fast nichts peinlich 😉 und außerdem finde ich die Arbeit dennoch sehr gelungen und lesenswert! Die im Schlußteil angegebenen Internetquellen habe ich in Rücksprache mit dem Verfasser teilweise abgeändert. Die Änderungen wurden mit [NH: …] kenntlich gemacht.

„Ausdifferenzierungsprozesse im neugermanischen Heidentum am Beispiel des Eldaring e.V.“

von Lars Erik Vollertsen

Textabstand

Sagenhafte Schleiregion

Der Eldaring-Stammtisch Eckernförde lädt ein zur

„Rundfahrt durch die sagenhafte Schleiregion“


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Besichtigungstour über die Halbinsel Schwansen nach Kappeln, Süderbrarup, Schleswig und wieder zum Ausgangspunkt nach Eckernförde zurück. Dolmen, Langbetten und Ganggräber, Steinkreise, rekonstruierter Thingplatz mit Großsteinanlage und heiligem Hain, Wolfsschlucht, Schälchensteine, heilige Quellen, Opfermoore, mit Sagen verbundene Orte, Kirchen mit entsprechendem Bezug, Runensteine und Wikingergräber liegen an unserem Weg. Wir werden an diesem Tag die wesentlichen heidnischen Bezugspunkte der Region ansteuern und unsere Kenntnisse darüber austauschen.

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Termin: Sonnabend, 5. März 2011 um 11:00 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz „Grüner Weg“
(an der B 76, vom Bahnhof Eckernförde etwa 5 Gehminuten)

Dort verteilen wir uns auf die vorhandenen Fahrzeuge und kehren etwa Spätnachmittags bis Abends zum gleichen Ort zurück. Zur Verarbeitung der Eindrücke sitzen wir danach noch gemütlich etwas in der Ratshalle zusammen. Teilnehmer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, planen die Rückfahrt bitte ab etwa 19:00 Uhr.

Manche der genannten Orte lassen sich direkt anfahren, bei anderen sind kleine Wanderungen erforderlich, deshalb an festes Schuhwerk und wettersichere Kleidung denken!

Während des regulären Stammtisches am 2. März ab 19:00 Uhr in der Ratshalle Eckernförde werden wir die vielfältigen Möglichkeiten vorstellen und dann gemeinsam planen, welche der Orte wir anfahren wollen. Auch neue Interessenten, die uns gerne kennen lernen möchten, sind herzlich willkommen!

Für die Teilnahme an der Rundfahrt ist entweder die Anwesenheit beim Stammtisch oder eine vorherige Anmeldung erforderlich: Tel. 04352 / 956619 oder Mail martje aett heidenkate punkt de

Ein Kostenbeitrag wird nicht erhoben, aber die Fahrer bewegen uns rund 80 km in ihrem Privatfahrzeug und – nicht nur sie – freuen sich sicher über eine mitgebrachte Erfrischung oder einen kleinen Imbiss zwischendurch…

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Unbedingt mitbringen: Interesse und gute Laune – wir freuen uns auf Euch! 🙂

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