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Europäische Spiritualität erleben

Runen

Museumsvitrine mit Fibel und FotosRunen sind die älteste Schrift- und Symbolreihe der germanischen Kultur.
Sie entstanden mutmaßlich durch die Übernahme eines mediterranen Alphabets, welches mit bereits vorhandenen Sinnzeichen ergänzt und verändert wurde. Die ältesten Runenfunde datiert man auf etwa 50 bis 100 n.d.Z. und diese fanden sich im heutigen Schleswig-Holstein und Süd-Dänemark. Basis der Forschung sind die knapp 7000 bisher entdeckten historischen Runeninskiptionen, wie zum Beispiel Runensteine und Runenritzungen auf Gegenständen verschiedenster Art. Aber auch Schriften, die nicht in Runen verfasst wurden, wie beispielsweise die ältere und jüngere Edda, skandinavische Sagas, deutsche Heldenlieder, römische Geschichtszeugnisse und andere Texte mit ihren zum Teil verschlüsselten Hinweisen können Indizien für Herkunft der Runen und Art der damaligen Runenverwendung geben.alte Darstellungen des Namens Haithabu in Runen

Allerdings befinden sich in den Texten häufig auch Lücken, und eine Vielzahl der Runeninschriften diente ganz offensichtlich nur sehr profanen Zwecken, nämlich der Kenntlichmachung von Gegenständen um sie dem jeweiligen Besitzer oder Erschaffer zuordnen zu können.

Jede einzelne Rune enthält neben dem kommunikativ-schriftlichen aber auch einen bildlich-symbolischen Sinn, welcher die Nutzungsmöglichkeiten um eine „zauberische“ Komponente erweitert. Die magisch-spirituelle Verwendung von Runen in historischer Zeit gilt inzwischen als unstrittig, lässt sich aber bei weitem nicht so einfach nachvollziehen wie ihre Nutzung für Schriftzwecke, denn es liegt in der Natur eines Zaubers, ihn nicht für jedermann erkennbar zu wirken.

Genau hier befindet sich der Anknüpfungspunkt für esoterisch und politisch motivierten Missbrauch der Runen. Bereits vor einigen Jahren schrieb ich: (…) Aber auch bei den verschiedenen „Experten“, welche ihre magischen, spirituellen und esoterischen Erfahrungen mit den Runen heute in Büchern oder im Internet veröffentlichen, gilt es ähnliche Fallstricke zu beachten. Da wäre zunächst die Gruppe von wilden Spekulanten, welche vorwiegend darauf aus ist, ihre Fantasie-Futharks und ebensolche Orakel mit äußerst haltlosen Deutungen möglichst gewinnbringend an den Mann oder die Frau zu bringen. Ein anderer Teil der modernen Runen-Esoterikautoren macht das Geschäft lieber mit kleinen Büchern voll von schönen Bildern, einigen „liebevollen“ Ritualanleitungen sowie möglichst wenig und häufig falschen Hintergrundinformationen. Seltener in Esoterik-Läden, aber leider immer noch viel zu häufig, gibt es dann noch die politisch motivierten Autoren, welche unsere uralten Symbole missbrauchen um ihr totalitäres und oftmals rassistisches Gedankengut zu verbreiten. Eine Berücksichtigung der Grundlagenforschung oder wenigstens einigermaßen korrekte Beschreibungen der Runen darf man von keiner der genannten Gruppen erwarten.(…) Daran hat sich bis heute leider nichts geändert!

Runentabelle als Link zur pdf-Datei

Wer sich heute auf eine vernünftige Art und Weise mit Runen befassen möchte, kommt nicht umhin, sich zunächst den Grundlagen zu widmen. Ein guter Start könnte es beispielsweise sein, sich zwei Bücher zuzulegen: „Runenkunde“ von Klaus Düvel (gibt es jetzt auch über unseren Onlinehandel Asatru-Shop.de, hier zur Artikelseite) und für entsprechendes Hintergrundwissen das „Lexikon der germanischen Mythologie“ von Rudolf Simek (gibt es jetzt auch bei uns: Hier).

Während dieser Lektüre fertigt man sich auf Basis nebenstehender Tabelle ein eigenes Runenset aus einem beliebigem Naturmaterial (Holz, Stein, Knochen, Leder, usw.). Also nicht einfach kaufen, sondern selber machen! Wer sich das nicht zutraut, kann auch gerne unsere Hilfe in Anspruch nehmen – beispielsweise im Rahmen eines Seminars.
(Herunterladen der Tabelle im pdf-Format durch Anklicken des Bildes. Zum Betrachten der pdf-Datei empfehlen wir den kostenlosen Foxit-Reader: Hier herunterladen)

Runenset aus Kanthoelzern Runenset aus Rundhoelzern

Nach dieser Vorarbeit, welche durchaus mal ein Jahr oder länger dauern kann, sollte man selbständig in der Lage sein „die Spreu vom Weizen zu trennen“ und kann sich anschauen, was moderne Runenautoren wie beispielsweise Gardenstone in seinem Werk „Germanische Magie“ so alles mit Runen anzufangen wissen.

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